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Wie ist es eigentlich, Lehrer zu sein?

20.​05.​2026

Ich dachte früher in der 1.Klasse, dass Lehrer sein immer ganz einfach ist. Aber nach diesen Antworten auf meine Fragen denke ich das nun nicht mehr.

1 an Frau Busam : Welche Momente im Schulalltag bereiten Ihnen als Lehrkraft Freude?

„Am Lehrerberuf schätze ich besonders, dass kein Tag wie der andere ist. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist sehr abwechslungsreich, und man erlebt jeden Tag neue Situationen. Es ist schön, Schülerinnen und Schüler ein Stück auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und mitzuerleben, wie sie wachsen, selbstständiger werden und immer mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.

Freude bereiten mir viele kleine und große Momente: Wenn etwas plötzlich Klick macht, wenn sich jemand etwas traut, das vorher noch schwierig erschien, oder wenn eine Klasse gemeinsam über sich hinauswächst – das sind Augenblicke, die den Beruf für mich besonders machen. Auch das gemeinsame Lachen und das Miteinander im Schulalltag gehören für mich dazu.Es ist ein sehr schönes Gefühl zu wissen, dass man mit seiner Arbeit Kinder und Jugendliche begleiten und unterstützen kann, ihren Weg ins Leben zu finden und zu gehen.“

2 an Frau B.Lienau: Was ist der schönste Moment, den Sie als Lehrerin erlebt haben?

„Der schönste und gleichzeitig auch traurigste Moment in meiner bisherigen Schullaufbahn war, als ich meine ehemalige 10. Klasse verabschieden musste. Ich war sehr stolz auf ihre Leistungen und es war sehr schön zu sehen, dass alle ihr Ziel erfolgreich erreicht hatten. Gleichzeitig war ich aber auch unglaublich traurig, dass ich mich von diesen großartigen Schülern, die ich so lange als Klassenlehrerin begleiten durfte, verabschieden musste.“

3 an Herrn Plaumann: Welche Aspekte des Lehrberufs schätzen Sie besonders?

„Kinder und Jugendliche zu bilden und zu erziehen ist gesellschaftlich die wichtigste Aufgabe und persönlich beglückend!“

4 an Frau Kähler: Was würden Sie sich von Ihrer Klasse wünschen?

„Ich habe meiner Klasse 4B schon immer gesagt, dass ich sie nach den Sommerferien am liebsten behalten will. Auch wenn sie ziemlich laut sind, habe ich sie sehr lieb.“

5 an Frau Pohl: Warum haben Sie sich das Fach Sport ausgesucht?

„Ich war von meinem vierten bis zum 16. Lebensjahr im Leistungssport aktiv und deshalb lag das Fach Sport für mich sehr nah. Somit hatte ich mein Leben lang irgendwie etwas mit Sport zu tun und auch den Wunsch, den Kindern im schulischen Bereich sportliche Bewegung mit Freude zu vermitteln!“

6 an Frau Laatz: Warum haben Sie die SaMfluencer-AG gegründet?

„Frau Busam und ich haben vor 1,5 Jahren die AG gegründet, da wir uns daran gestört haben, dass die vielen schönen Aktivitäten, die an der SaM stattfinden, immer nur klassenintern bekannt waren. So standen auf unserer Homepage immer nur offizielle Bekanntmachungen durch die Schulleitung und niemals Berichte von Projekten, Ausflügen oder Aktionen. So wirkte unsere Schule immer eher kühl und distanziert und die Kinder hatten wenig Raum, sich zu beteiligen. Das wollten wir ändern! Jetzt hat jeder die Möglichkeit, auch einmal von anderen etwas zu erfahren, egal ob Grund- oder Gemeinschaftsschule.“


7 an Herrn Kößling: Was bereitet Ihnen als Lehrkraft am meisten Freude? 

Ich schätze an dem Lehrerberuf sehr die Vielseitigkeit. Eigentlich beinhaltet der Beruf alle anderen. Eben habe ich noch im Werkraum als Tischler Holz zugesägt, jetzt treffe ich mich mit meinen Kollegen, um als Event-Manager ein Konzert zu planen. Morgen backe ich mit meinen Schülern als Bäcker Pizza. Dazwischen streiten sich bestimmt einige Schüler und ich darf als Detektiv ermitteln. Ich könnte die Liste der Berufe noch wesentlich verlängern. Da ich sehr vielseitig und praktisch interessiert bin, fühle ich mich in dem Beruf sehr wohl.  Ich empfinde große Freude, wenn ich die oben genannten Tätigkeiten ausüben darf. So richtig glücklich bin ich, wenn ich spüre, dass die Schüler mit der gleichen Leidenschaft dabei sind wie ich selbst. Ich denke z.B. an unsere beiden Filme, das Pizzabacken, unsere ehemalige Schülerfirma, die Band, die ehemalige Modelleisenbahn-AG. Da ich bereits seit 25 Jahren an der SaM bin, treffe ich immer häufiger auf Eltern, die ich damals als Schüler hatte. Mit ihnen zu reden und das Gefühl zu bekommen, dass die Zeit und die Kraft, die ich damals aufbrachte, nicht umsonst waren, bereitet mir große Freude.  


Es hat viel Spaß gemacht, solche Eindrücke von unseren Lehrern zu erhalten.


Minna, 4b

 

Ein Blick hinter die Klassenzimmertür
Ein Artikel aus Sicht einer Lehrkraft

Bevor ich Lehrerin wurde, dachte ich ehrlich gesagt auch manchmal: „So schwer kann das doch gar nicht sein.“ Heute weiß ich: Lehrer sein ist einer der verrücktesten, schönsten, spontansten, abwechslungsreichsten, lautesten und manchmal auch anstrengendsten Berufe überhaupt. Und definitiv hat sich der Beruf im Laufe meiner Tätigkeit sehr verändert.

Nachdem ich die Antworten meiner Kolleginnen und Kollegen gelesen habe, musste ich oft schmunzeln. Denn obwohl wir alle unterschiedlich sind, haben wir erstaunlich ähnliche Dinge geschrieben: Fast alle lieben an diesem Beruf, dass kein Tag wie der andere ist. Und das stimmt wirklich. Man kommt morgens mit einem perfekten Plan in die Schule und zehn Minuten später hat jemand seine Sportsachen vergessen, zwei Kinder diskutieren über einen Stift, ein anderer weint und irgendwo klebt plötzlich Knete unter einem Tisch.

Was ich besonders schön finde: Kinder sind unglaublich ehrlich. Wenn ihnen etwas gefällt, zeigen sie es sofort. Wenn nicht, leider auch. Besonders zu Zeiten der Pubertät können viele Eltern sich vielleicht gar nicht vorstellen, wie es ist 24 „von der Sorte“ auf einen Haufen zu haben und man hört häufig „Ich könnte das nicht!“. Aber genau das macht den Alltag so besonders. Man erlebt jeden Tag kleine lustige, chaotische oder auch rührende Momente, die man nie planen könnte. Langweilig wird es dadurch nie!

Am meisten freuen wir Lehrkräfte uns wahrscheinlich über diese kleinen „Aha-Momente“. Wenn man sieht, wie jemand erst völlig verzweifelt auf eine Aufgabe schaut und plötzlich strahlt: „Jetzt verstehe ich das!“ Das sind die Momente, in denen man merkt, warum man diesen Beruf macht.

Und natürlich geht es nicht nur um Unterricht. Schule ist viel mehr. Es wird gelacht, diskutiert, geholfen, getröstet und auch geweint. Manche Gespräche zwischen Tür und Angel bleiben einem länger im Kopf als ganze Unterrichtsstunden.

Beim Lesen der Antworten habe ich außerdem gemerkt, wie stolz viele Lehrkräfte auf ihre Schülerinnen und Schüler sind. Vor allem dann, wenn man Kinder über Jahre begleitet und sieht, wie sie immer mutiger, selbstständiger und erwachsener werden. Das ist ein ziemlich besonderes Gefühl.

Natürlich freuen wir uns auch über Ferien. Das wäre gelogen, wenn nicht. (Übrigens heißen Ferien nicht, dass Klassenarbeiten sich von alleine korrigieren in der Zeit, um mal mit diesem Gerücht aufzuräumen). Aber die meisten Lehrkräfte würden ihren Beruf nicht lieben, wenn es nur darum ginge. Eigentlich sind es die Menschen, die Schule besonders machen.

Und ganz ehrlich: Wenn morgens jemand fröhlich „Hallo!“ ruft oder man gemeinsam über irgendeinen Quatsch lachen muss, startet der Tag direkt besser. Genau diese kleinen Momente sind oft die schönsten.

 


 

 

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